Die private Altersvorsorge wird angesichts der demografischen Entwicklung als weitere Säule neben der gesetzlichen Rentenversicherung immer wichtiger. Viele nutzen die Chancen der Börsen, um sich für ihr Alter ein ausreichendes Einkommen zu sichern. Allerdings muss die Gefahr eines Börsencrashs in der Anlagestrategie berücksichtigt werden.
Ein Börsencrash kann den Lebensstandard im Alter gefährden
Betrachtet man den Verlauf zum Beispiel des deutschen Leitindexes DAX über Jahrzehnte, zeigt die Kurve insgesamt nach oben. Aber Aktien unterliegen Kursschwankungen und immer wieder gibt es heftige Turbulenzen an der Börse. Bei volkswirtschaftlichen Verwerfungen reagieren die Anleger an Börsen meist panikartig: Ein Börsencrash, also enorme Kursverluste binnen kurzer Zeit, ist die Folge. Oftmals sind die massiven Abwertungen von Unternehmen aufgrund der betriebswirtschaftlichen Lage nicht nachvollziehbar, aber der Handel mit Aktien besteht zu einem großen Teil aus Psychologie. Außerdem setzen institutionelle Anleger die Instrumente der Charttechnik ein, was bei Unterschreiten von gewissen Niveaus zu automatischen Verkäufen führt. Dies beschleunigt den Abwärtstrend. Überstürztes Handeln ist zumindest für langfristige Anleger bei einem Börsencrash nicht angebracht. Die Historie zeigt, dass sich die Börsen auch nach den schlimmsten Kursstürzen über einen mittelfristigen Zeitraum wieder erholt haben und danach sogar das Anfangsniveau nach oben durchbrechen. Für Personen, die kurz vor der Rente stehen und ihre private Altersvorsorge mit Aktienfonds betrieben haben, kann ein Börsencrash allerdings fatale Folgen haben. Egal, ob eine Einmalauszahlung oder eine monatliche Leibrente vertraglich fixiert wurde: Ist der Wert der Altersvorsorge zum jeweiligen Stichpunkt niedrig, hat das weitreichende Auswirkungen auf den Lebensstandard im Alter. Im schlimmsten Fall droht Altersarmut und die Abhängigkeit von staatlichen Transferleistungen.
Der Abstand zum Renteneintrittsalter als wichtiges Kriterium
Deswegen ist bei der privaten Altersvorsorge darauf zu achten, ein solches Risiko zu meiden. Als Faustregel gilt: Je näher das Renteneintrittsalter rückt, desto sicherer sollte die Geldanlage sein. Wer zum Beispiel erst wenige Jahre vor der bevorstehenden Rente mit der privaten Vorsorge beginnt, ist mit einem fest verzinslichen Sparplan besser bedient als mit Aktienfonds. Berufseinsteiger können dagegen von der langfristig überproportional guten Rendite der Aktienmärkte profitieren: Bei einem eventuellen Börsencrash ist noch genug Zeit für eine Erholung der Märkte bis zum Beginn der Auszahlung. Mit zunehmendem Alter sollte die Altersvorsorge aber hin zu sicheren Sparformen umgeschichtet werden.
Riester-Rente: Weitgehend sicher vor einem Börsencrash
Das Gleiche gilt auch für die staatlich geförderte Riester-Rente. Auch hier, oft bereits von den Bankinstituten explizit angeboten, ist eine Umschichtung gegen Ende der Ansparphase empfehlenswert. Bei der Riester-Rente ist zudem vom Gesetzgeber eine Mindestabsicherung eingebaut: Sparer erhalten auf jeden Fall ihre Einlagen sowie die staatlichen Zuschüsse.
